Projektdetails

Date
5. August 2014
Kunde
Ghostbastlers

Beschreibung

Ja, richtig und zwar mit ’ner schönen Unterkonstruktion aus Flachstahl. Ich hatte kurz mal überschlagen, was der Tisch wiegen würde, wenn er fertig ist, alleine der Beton knapp 43 Kilo, der Flachstahl schlägt mit knapp 4 Kilo pro Meter zu Buche… der Couchtisch sollte also wenn er fertig ist etwa 70 Kilo wiegen (!) Na dann prost Mahlzeit, das ist ja fast so viel wie ich wiege, da freuen sich meine zukünftigen Umzugshelfer, Projekt also wieder ausm Kopf geschlagen…

Und wie das bei mir immer so ist, ausm Kopf schlagen hält maximal ’ne Woche, also habe ich die Tischbeine kurz skizziert und dem Metallbauer meines Vertrauens gefaxt – richtig, gefaxt, der arbeitet nicht so gerne mit Email… kurze Rücksprache per Telefon und schwupps stand das Gestell ne Woche später im Baucontainer meiner derzeitigen Baustelle – prima, das hat schon mal geklappt! Zitat Metallbauer: „wie soll ich dir den Scheiß anpissen, gib mal RAL-Nummer!“ Gar nicht – ich habe mich hier bewusst für unbehandelten Stahl entschieden. die Kombi aus leicht gerostetem Stahl mit Beton gefällt, also nix Sandstrahlen und Beschichten, sondern einfach so wie er ist, etwas sauber machen und gut.

Bis ich nun die Betonplatte fertig hatte, gab’s erstmal eine Übergangslösung aus OSB, ging auch und reichte für die Zwischenzeit um die Füße beim glotzen abzulegen…

so… Betontischplatte, was braucht man eigentlich? Nicht viel mehr als bei den Blumentöpfen aus Beton, allerdings sollte man bei der Größe ein Bewehrungsgitter verbauen. und um Flecken auf der Tischplatte zu vermeiden empfiehlt es sich diese zu versiegeln…. also:

  • Holzplatte in der Größe der Tischplatte für die Schalung
  • seitliche Holzleisten für die Schalung als Begrenzung
  • Schrauben
  • Akkuschrauber
  • Bohrer zum vorbohren, damit die blöde Spanplatte nicht aufreißt
  • in meinem Fall, weil ich zu faul war die seitlichen Leisten selber zu sägen, ein Geodreieck und Bleistift
  • Silikon und ein Finger mit Spüli oder idealerweise ein Fugenkeil
  • Estrichbeton
  • Eimer
  • Wasser
  • Bewehrungsgitter
  • Wasserwaage
  • Versiegelung und Rolle

Als erstes verschraubt man die Seitenteile mit der Grundplatte. meine Tischplatte ist 3 cm stark, hier wäre es am besten gewesen, wenn die Seitenteile die Stärke von der Grundplatte (2,2 cm) plus 3 cm als Höhe hätten, allerdings schneiden die Jungs im Baumarkt nur bis zu einer Breite von minimal 10 cm zu. Weil ich also zu faul bin, mir selber 5,2 cm zuzusägen und damit alles Plan aufliegt, habe ich auf die 10 cm hohen Seitenteile per Geodreieck eine 3 cm Markierung gemacht. Diese steht für die Tiefe der Tischplatte und wurde so verschraubt, dass sie an der Oberkante der Grundplatte anliegt… verwirrend erstmal, aber die Bilder unten erklären denke ich den Rest. Damit der Beton nicht raussifft und ich später eine schöne Tischkante bekomme habe ich alle Ecken noch mit Silikon abgedichtet.

Nach dem das Silikon getrocknet ist, kann der Beton rein. Also wieder Wasser in den Eimer, Estrichbeton hinterher bis es eine schöne Masse gibt, die nicht zu flüssig ist und rein in die Form. In etwa so viel, dass die Hälfte befüllt ist, bei mir also 1,5 cm. dann das Gitter rauf legen und den Rest rein. Zwei Tipps zum Betonieren. solltet ihr die Herstellung wie ich aufm Balkon tätigen, dann ist es sinnvoll vorher per Wasserwaage zu checken ob die Form grade liegt, schließlich wollen wir ja eine grade Platte und nicht eine, die auf der einen Seite 1 cm hat und auf der anderen 3 cm. Ein Balkon hat, damit das Wasser nicht Richtung Gebäude läuft, meist ein Gefälle. bei mir 4%, also 2 cm auf einer Länge von 50 cm. Also Wasserwaage auf die Schalung, unterfüttern mit Brettern bis es grade ist. Tipp zwei ist der Gummihammer. Zu meiner Mopedbastelzeit noch mein Lieblingswerkzeug, aber das nur am Rande… Damit später nicht unzählige Lufteinschlüsse in der Platte sind und die Oberfläche aussieht wie ein Schweizer Käse, macht es Sinn vor der Bewehrung und am Schluss schön mit dem Gummihammer von Außen gegen die Schalung zu klopfen. Man sieht dabei wie kleine Luftblasen auf voller Fläche zum Vorschein kommen und als positiver Nebeneffekt verteilt sich der Beton regelmäßig in der Schalung.

Jetzt drei Tage stehen lassen, danach kann die Schalung abgenommen werden. Bitte noch vorsichtig sein, denn der Beton ist noch lange nicht durchgetrocknet. Allerdings lässt er sich in der Phase gut mit Schmirgelpapier bearbeiten und so können die unteren Tischkanten vorsichtig entgraten werden. Anschließend noch ein bisschen warten… wie lange? Ja, weiß ich auch nicht so genau, Beton trocknet etwa 28 Tage bis er komplett durch ist. So lange kann ich jedenfalls nicht warten, ich bin Widder und dementsprechend ungeduldig. Also ein weiteren Tag gewartet und die Platte versiegelt. Hier habe ich mich für Creto entschieden, ein Naturprodukt, dass in den Beton einzieht und kristallisiert, so dass kein Wasser mehr eindringen kann, Lotusblüteneffekt quasi. Wie gut das Produkt ist, kann ich jetzt noch nicht sagen. Was ich sagen kann ist aber, dass es schwer ist, das Zeug gleichmäßig mit der Rolle aufzutragen, am besten ist wohl man spritzt es, aber das geht natürlich nicht bei mir in der Wohnung – Banane.

Guckt man genau hin, sieht man noch die Bewehrung durchschimmern. Das liegt, daran, dass immer noch Feuchtigkeit in der Platte ist. Nun ist sie Oben versiegelt und kann nur nach Unten trocken… die Ungeduld wieder…

Und wem das selber basteln zu aufwändig ist, der findet auch Couchtische in Betonoptik. Aber vorsichtig, das ist kein richtiger Beton, z.B. hier. Natürlich kann man sich die Platte auch anfertigen lassen. Dann wird’s allerdings kostenintensiver. z.B hier.

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